Archiv der Kategorie: 2012

Kulturelemente 106

Die aktuelle Nummer der Kulturelemente wirft wie zum Abschluss jeden Kalenderjahres den Blick auf literarische Positionen und Akteure von lokaler und überregionaler Wirkung.

Diesmal steht der Rückblick auf die jüngste Ausgabe des Literarischen Wettbewerbes der Südtiroler Sparkasse im Zentrum unserer Aufmerksamkeit (S.7-12).  Die Kulisse der Studiobühne der Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) lieferte der Preisverleihung 2012 einen würdigen und zeitgemäßen Rahmen, die Ankündigung von VBB-Intendantin Irene Girkinger zur inhaltlichen Verstärkung des Ereignisses durch Folgeveranstaltungen in ihrem Haus lässt für die Gesamtveranstaltung  zukünftig mehr Resonanz und insgesamt eine Aufwertung der Sparte Literatur im Rahmen des kulturellen Angebotes erwarten. Neben den Siegertexten aus der Sparta Prosa (in der Kategorie Oberschüler: Greta Ferrari, in der Kategorie Hochschüler: Martin Verdross) sind erstmals auch die Jurystatements in unserem Heft nachzulesen: literaturkritische Bemerkungen und wichtige Hinweise auf die sich formende Literaturlandschaft der jüngsten Generation einheimischer Autorinnen und Autoren.

Dass der russische Dichter Nikolaj Gogol  eigentlich Mykola Hohol hieß und aus dem ukrainischen Poltawa stammte, ist hierzulande wahrscheinlich ebenso wenig bekannt wie die Literaturlandschaft der Ukrainie überhaupt. Kulturelemente-Autor Michael Zeller hat sich auf die Suche nach der ukrainischen Literatur in das „Land der Grenze“ aufgemacht und ist in Charkiw mehrfach fündig geworden (S.4-6)

Feingezeichnete literarische Porträts zu Gisela Elsner (Martin Hanni, St.1), Siegfried Höllrigl (Bernhard Nußbaumer, S.13) und Michael Köhlmaier (Marianne Ilmer Ebnicher, S.15) runden das literarische Panoptikum ab.

Die Redaktion

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Kulturelemente 105

Müssen wir uns alle um die Wirtschaft Sorgen machen? Das diagnostische Vokabular, mit dem der Zustand der europäischen Wirtschaft weithin öffentlich beschrieben wird, suggeriert dies deutlich. Und die täglichen „Fieberkurven“ der Börsenkurse verstärken diesen Eindruck. Im Leittext der vorliegenden Nummer 105/12 der Kulturelemente setzen die Autoren Roland Benedikter und Karim Fahti zwar ebenfalls an der medizinischen Metaphorik an, drehen aber die Betrachtungsrichtung um: statt Risikofaktoren zu suchen, schauen sie darauf, was eine Gesellschaft widerstandsfähig gegen Krisen, also zukunfsfähiger machen kann. (S.1-3) Nicht mehr Nachhaltigkeit und green economy, sondern Resilienz ist dabei das Schlüsselwort. Dem diametral entgegengesetzt mutet die Vision sozialer Kybernetik an: die Theorie einer quasi thermostatischen Steuerung aller sozialen und ökonomischen Prozesse, um „krisenhafte“ Schwankungen auszugleichen. Mit der „kybernetischen Hypothese“ hat sich der Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph David Jonas Perkmann kritisch auseinandergesetzt. (S.3-6)

In zwei Beiträgen werfen die Kulturelemente einen Blick zurück auf die diesjährige dOCUMENTA (13) in Kassel; Hannes Egger denkt in der Karlsaue über Kunst, Wald und den Aussagewert von green buildings nach, Bernhard Nußbaumer erinnert sich an die „Klau Mich-Show“, ein Fernsehexperiment mit „radikalem“ Gesellschaftsanspruch. (S. 11-13)

Im Literaturteil lässt Organisator Martin Hanni die dritte Ausgabe des Poetenstechens um die poetry-slam-Trophäe „Morgenstern“ Revue passieren. Die Publikumsjury favorisierte diesmal Texte mit eindeutig gesellschaftskritischer Haltung. (S. 13-15)

Anuschka Prossliners Fenster-Zyklus in der Kulturelemente-Galerie ist keine Arbeit für den ersten Blick. Ihre fotografische Annäherung an das Thema kann als Lichtstudie gelesen werden, die mit den Mitteln der äußersten künstlerischen Reduzierung den Blick freigibt auf eine innere Landschaft, die das Thema Fenster symbolisch nutzt, ohne es zu überfrachten.

Die Redaktion

Kulturelemente_Nr. 105

Kulturelemente Beilage_Nr. 105

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Kulturelemente 104

Was setzt das Wort der Welt entgegen? Lässt der sprachliche Annäherungsprozess an Wirklichkeit(en) über Autoren, Werke und Geografien hinaus Muster erkennen, die, in Sprachfiguren festgehalten, Vergleichbarkeiten freigeben? Mit dem Blick auf unterschiedliche literarische Landschaften, von Afghanistan über den Balkanraum und Ex-Jugoslawien bis zum Baskenland und in die Karibik  gehen die aktuellen Kulturelemente 104/12 diesen Fragen nach. Und nähern sich dabei dem Themenschwerpunkt auf unterschiedlichen Wegen: analytisch diskursiv, narrativ, protokollarisch und reflexiv. Die Antworten sind dem geneigten Leser anheim gestellt.

In seiner sprachwissenschaftlichen Untersuchung zu Falcos mehrsprachigen Songtexten vergleicht Harald Wieser die Arbeit des Wiener Pop-Poeten Hans Hölzel mit ähnlich gelagerten Phänomenen bei Ernst Jandl oder Autoren der so genannten Popliteratur der neunziger Jahre wie beispielsweise Rainald Goetz oder Benjamin von Stuckrad-Barre. Zudem nimmt er Falcos Werk zum Ausgangspunkt einer grundsätzlichen Überlegung zu (sprach)grenzenüberschreitender Literatur als Ausdruck einer neuartigen internationalen Kommunikation. (S.11-13)

Siegfried Höllrigl hat 2005 eine Reise quer durch den Balkan unternommen – zu Fuß. Seine Eindrücke und Erfahrungen hat der Meraner Kunst-Drucker und Literat  einem Tagebuch anvertraut, das 2011 in Buchform im Laurin Verlag in Innsbruck erschienen ist. Der Schweizer Autor und Kulturpublizist Markus Bundi hat Hellrigl in Gedanken begleitet.  (S.15)

Das Projekt „Malen wir den Frieden, damit Frieden werde“ wurde von der Friedensaktivistin Margret Bergmann aus Bozen zusammen mit dem Deutschen Schulamt für Schülerinnen aus Südtirol und Afghanistan organisiert. Der Galerieteil möchte einen Eindruck davon vermitteln.

Die Redaktion

Kulturelemente_Nr. 104
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Kulturelemente 103

Zeitgenössische – und besonders junge zeitgenössische – Kunst kommt nicht ohne einen Referenzrahmen aus, der idealerweise  Kontextualität, Mediation und Vermarktung mit einschließt. Neben den herkömmlichen Möglichkeiten der Positionierung von Kunst in Galerien privater oder öffentlicher Trägerschaft, in Ausstellungen, Auktionen oder in Zusammenarbeit mit Fördereren aus der Wirtschaft suchen seit einiger Zeit Kunstschaffende nach neuen, alternativen Möglichkeiten, sich und ihre Arbeit zu präsentieren: off space-Galerien, Kunstverleih oder offene Galerien sind einige Beispiele dafür. Das neue Heft der Kulturelemente spürt diesem Trend nach und stellt einige Beispiele dafür vor: eine art-sharing-Galerie aus Hamburg (S.3) , das Weisse Haus in Wien, …. (S.1), das Projekt „Kunstwege“ (S:5), bei dem Galerien ihre Türen für das interessierte Publikum öffnen.
Der Konzeptkünstler Peter Piller, Hamburg, spricht im Kulturelemente-Gespräch über seine Foto-archive, die er zu thematischen „Sammelgebieten“ organiseirt und damit so etwas wie eine Chronologie der Rituale des Alltags erstellt. (S.4)
Über das schwierige Verhältnis von Kunst und Macht denkt Marco Meng in seinem Essay … nach (S11) und vergleicht es mit einem „Tanz auf einer Rasierklinge“.
Ein eigenwilliges literarisches Porträt des größten Tiroler Malers, des Welsbergers Paul Troger, von Helga Johanna Zelger verknüpft den Literaturteil dieses Heftes mit dem Schwerpunktthema. (S.12)
Im Galerieteil stellten die Kulturelemente die Preisträger/innen dr diesjährigen elften Ausgabe des Meraner Lyrikpreises (3.-5. Mai) vor. Ein besondere Dank für die Zusammenarbeit geht an das Planungsteam des Lyrikpreises, namentlich Dr. Ferruccio Delle Cave, Frau Christine Sartori und Klaus Hartig.

Die Redaktion

Kulturelemente Nr. 103

Kulturelemente Beilage Nr. 103

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Kulturelemente 102

Expandierende Pixelwelten (Lothar Gütter) stellen herkömmliche Muster von Wahrnehmung und Wirklichkeit zunehmend in Frage, und mit der schrittweisen technologischen Entgrenzung des medial Möglichen verschwimmen auch die bisher als fest gegoltenen Zuschreibungen von Individuum und Gesellschaft, Politik und Kultur. Grund genug, im vorliegenden Heft 102/12 der Kulturelemente das Nachdenken über Implikationen, die mit der technischen Neuerung einhergehen, anzustoßen. Der Kulturphilosoph Roland Benedikter verweist in seinem Leittext auf eine Dimension, die das aktuelle Denkbare weit in Zukünftiges hinein erweitert. „Transhumanismus“ bezeichnet eine Perspektive, das Medium soweit in den menschlichen Körper zu implementieren, dass die bisherige Grenze zwischen Subjekt/Ich und Objekt/Werkzeug aufgehoben wird.

Als Fortführung des Themenschwerpunktes der letzten Nummer kann das Sammelporträt deutscher Fernsehphilosophen gelesen werden; es zeigt, wie die Philosophie den Weg aus dem Elfenbeinturm hinein in die Massenunterhaltung gefunden hat. (S.4)

Einen medienkritischen Kontrast dazu bildet das Essay von Michael Zeller: „Von der Freiheit des Dichtens“ plädiert für eine Literatur (und Kunst), die dem Diktat des Boulevard widersteht. (S.6)

Interdisziplinär, mehrsprachig und mit dem Blick auf die neuen Medien: „Sprachspiele 2011“ war ein Experiment und nahm die Herausforderung an, als Literaturveranstaltung gesellschaftliche Relevanz zu generieren. Mitorganisator Haimo Perkmann berichtet über ein ambitioniertes Projekt, das dieses Jahr in die zweite Runde gehen soll. (S.11)

Elke Sanara Palfrader erschafft auf digitalem Wege völlig neue Lebensräume. Ihr künstlerisches Material besteht aus vorgefundenen Drucken, Malereien und Photographien, die sie am Computer kreativ aufarbeitet und ausgestaltet. In der Kulturelemente-Galerie zeigt sie eine Auswahl ihrer Arbeiten.

Die Redaktion

Kulturelemente Nr. 102

Kulturelemente Beilage Nr. 102

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Kulturelemente 101

In der Krise hat das Denken einen anderen Stellenwert als in in Zeiten geistiger und materieller Saturiertheit. Wenn neue Wege – oder Auswege – gesucht werden (müssen), weil das Hergebrachte fragwürdig oder unbrauchbar geworden ist, ist der eigene Kopf gefordert. Wo die Worthülsen und Versatzstücke aus dem Repertoire der öffentlichen Rhetorik zunehmend als leere Kulissen entlarvt werden, traut man wieder stärker den eigenen Überlegungen, und vielleicht entsteht daraus sogar ein Anspruch auf eine neue Sinnstiftung, die aus der philosophischen Tradition erwachsen könnte.

Jenseits regionaler philosophischer Großformate, wie den Toblacher Gesprächen, dem Forum Alpbach oder den Marienberger Klausurgesprächen, wo an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über die Herausforderungen der Zukunft nachgedacht wird, etablieren sich zunehmend lokale Denkklubs und Debattierzirkel, die in ihrem Umfeld einen nicht geringzuschätzenden geistigen Mehrwert generieren. Eine solche Denkwerkstatt porträtieren wir im vorliegenden Heft der Kulturelemente (St. 11), und lassen deren Leiterin, die deutsche Philosophin Petra von Morstein, auch selbst zu Wort kommen. (S.5)

Im Themenschwerpunkt gehen die Kulturelemente dem Naheverhältnis zwischen Philosophie und Zeitgenössischer Kunst nach: darüber hat Haimo Perkmann, ebenfalls ausgebildeter Philosoph, mit dem Philosophen, Künstler, Kurator und Leiter der Galerie Museum/arg Kunst/Bozen, Luigi Fassi, gesprochen. (S.13) Im Leittext dieser Nummer erkundet der Künstler, Kunstvermittler und Philosoph Hannes Egger das Gemeinsame und Übergreifende zwischen diesen Disziplinen.

Der Kulturpublizist Markus Bundi aus Baden (CH) steuert einen literarischen Essay zum Thema bei: er sinniert über literarische Neuerscheinungen, die sich mit dem Leben berühmter Philosophen auseinandersetzen und diesen „Geistesgrößen“ bei der Gelegenheit gleich ein staunenswertes literarisches facelifting verpassen. (S.12)

Die literarisch- künstlerische Zusammenarbeit von Linda Wolfsgruber und Bodo Hell hat ein Sudarium. Calendarium eigenwilligster Art hervorgebracht, das vor kurzem bei Folio in Bozen erschienen ist. Die Kulturelemente-Galerie stellt Auschnitte aus diesem besonderen Jahreskalender vor.

Die Redaktion

Kulturelemente_Nr. 101

Kultur_Beilage_Nr. 101

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